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Zeit
zum Toastbacken
Roman,
JO Kyung Ran,
ISBN 3-86532-017-1, Festeinband, 168 Seiten, 15.40 EUR
In den Romanen von Jo Kyung Ran ist der Abbruch von menschlichen Beziehungen
ein Schlüsselthema für ihre literarische Welt. Die Entfremdung innerhalb
der Familie ist in ihrem ersten Roman „Zeit zum Toastbacken“ sehr
intensiv dargestellt: Anstelle von Liebe bindet ein schwer durchschaubares
System die unversöhnlichen Familienmitglieder aneinander. Während
Yochin, die Tochter (und Ich-Erzählerin), danach strebt, ihre Backkunst
zu vervollkommnen, entwickeln sich parallel dazu die Geschichten um
die weniger vollkommenen Menschen in ihrem Umfeld. Dabei spielen vordergründig
Körperlichkeiten eine zentrale Rolle; dahinter steht jedoch stets
die Frage nach Identität. Und viele der so sicher scheinenden Ansichten,
aus denen Yochin ihr Weltbild zusammensetzt, entpuppen sich überraschend
als Trugbilder und Fehlannahmen.
Seinen besonderen Charme erhält der Roman dadurch, dass die Ich-Erzählerin ihre Betrachtungen zeitweilig aus dem Blickwinkel der Bäckerin anstellt, was den Leser immer wieder zum Schmunzeln veranlasst: „Wenn man sie sah, dachte man unwillkürlich an einen prächtig geratenen Napfkuchen, so warm und weich sah sie aus.“
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