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Der
Mai Koreas
Gedichte, KIM
Hyon Seung
ISBN 3-86532-006-6, Festeinband, 128 Seiten, 15,40 EUR
In der koreanischen Literatur ist Kim Hyon-Seung einer der wenigen
Dichter, bei denen der Protestantismus die Basis ihrer Dichtung bildet.
Im Alter zweifelte der Autor an seinem Glauben. Sein Interesse verlegte
sich vom Himmel auf die Erde, von Gott auf den Menschen. Er verließ
in seinen Gedichten seine bisherige Gefühlswelt und wandte sich der
Welt der Idee zu und betrat „das Schloß der Einsamkeit“. Er versank
ins absolute Nichts, aber bei ihm ist weder Selbstvergessen noch Selbstverneinung
zu finden. Die Einsamkeit des Menschen entfaltet sich in seinen Gedichten
in dem Bild des Edelsteins. Die menschlichen Tränen und die Sprache,
Freundin der Seele, finden eine Entsprechung in dem Bild des Edelsteins
und drücken die innere Einsamkeit des Dichters und gleichzeitig die
Reinheit dieser Einsamkeit aus. Wenn seine Gedichte auch viel Wärme
verströmen, so sind sie doch straff, kompromißlos und auf stolze Art
einsam. „Der Mai Koreas“ ist die erste Veröffentlichung des Autors
in deutscher Sprache.
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