koreanischer Autoren

  Der Pendragon Verlag ist seit 1998 der Verlag für koreanische Literatur in Deutschland


PendragonWie kam es eigentlich zu der „Edition moderne koreanische Autoren“ im Pendragon Verlag?

PENDRAGON stellt sich vor.
Dichtende Freunde, befreundete Dichter, schließlich das Zusammentreffen mit Kleinverlegern lieferten die entscheidenden Impulse: 1981 gründete Günther Butkus den Pendragon Verlag. Mittlerweile ist Pendragon eine feste Größe unter den Publikumsverlagen und hat es fertiggebracht, das branchentypische Nischendasein der Kleinverlage mit Büchern zu verschiedensten Themen und Bereichen zu umgehen: Krimis, Romane, Humorvolles und Literatur-CDs. Nach mehr als 300 Titeln blickt Pendragon nicht weniger experimentierfreudig aber routinierter seiner Zukunft entgegen. Das Team beweist ein ums andere Mal, daß sich aus Tee, Computerpannen und Gedankensprüngen Bücher fabrizieren lassen; Bücher wie Das „Gummibärchen-Orakel“ von Dietmar Bittrich ­ ein ironischer Wegweiser für die Zukunft, der sich bislang über 40.000 mal verkauft hat.
Seit 2002 bauen wir unsere Krimi-Reihe verstärkt aus. Zu unseren Autoren zählen u.a. Ernest Tidyman, von dem wir dessen kultige Shaft-Krimis aus der 1970er Jahren als ungekürzte Neuübersetzungen herausbringen (www.shaft-krimis.de ) und D.B. Blettenberg, dessen Roman „Berlin Fidschitown“ 2004 mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet worden ist. Mehr als 40 Krimis, überwiegend als Original- und deutsche Erstausgaben, sind bereits erschienen.
Besonders erwähnenswert ist die „Edition moderne koreanische Autoren der Gegenwart“, in der wir seit 1998 regelmäßig Romane, Erzählungen und Gedichte in deutscher Übersetzung veröffentlichen. Über 30 Bände liegen mittlerweile vor

Wind und Wasser1997 landete auf meinem Schreibtisch der Roman „Wind und Wasser“ von KIM Wonil, übersetzt von Heidi Kang, die seit Jahrzehnten in Korea lebt und als Professorin für deutsche Literatur und Sprache tätig ist - und eine hervorragende Kennerin der koreanischen Literatur. Mich hat dieser großartige Roman von KIM Wonil über Schuld und Sühne sofort für sich eingenommen, dennoch konnte ich mir einen einzelnen koreanischen Band im Verlagsprogramm nur schwer vorstellen, hingegen sehr wohl eine eigenständige koreanische Reihe. Aus einer fixen Idee wurden wenig später konkrete Pläne und mit Frau Prof. Chong Heyong fand sich eine kompetente Mitstreiterin, mit der ich seitdem gemeinsam die Reihe als Herausgeber betreue. Bereits 1998 ist der Roman „Wind und Wasser“ im Pendragon Verlag erschienen. Seitdem haben wir uns hier im Verlag intensiv mit der koreanischen Literatur beschäftigt, pflegen gute Kontakte zu Autoren, Übersetzern, Literaturvermittlern und Veranstaltern. In 7 Jahren sind knapp 30 Bände übersetzt, lektoriert und gedruckt worden. Auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt sowie durch zahlreiche Veranstaltungen in Leipzig, Hamburg, München, Stuttgart, Berlin, Köln, Dresden, Erfurt etc. haben wir koreanische Autoren und deutsche Leser zusammengebracht.

 Kang und Hochol In den vergangenen Jahren haben wir aber nicht nur koreanische Literatur nach Deutschland transferiert, vielmehr hat ein intensiver Austausch stattgefunden, wobei sowohl literarisches als auch landeskundliches Wissen gegenseitig geteilt wurde. Freundschaften mit Autoren, Übersetzern, Verlegern, Wissenschaftlern wurden geschlossen, kurz: es fand eine intensive kulturelle Annäherung und ein Kulturtransfer statt. Und diese Erfahrungen werden wir auch in den folgenden Jahren nutzen können, um die koreanische Literatur (und Kultur) in Deutschland bekannt zu machen und ihr den Stellenwert einzuräumen, den sie verdient hat.

Pak und ButkusInnerhalb der Reihe war es von Beginn an mein Wunsch, alte und junge Autoren und Autorinnen zu verlegen. Die übersetzten und verlegten Texte sollen dabei möglichst nach 1945 geschrieben und/oder gedruckt worden sein. Zweimal war ich in den letzten Jahren in Korea. Dabei hatte ich das Vergnügen, mit so amüsanten wie weltreiseerfahrenen Autoren, Journalisten und Literaturvermittlern wie Matthias Politycki, Uwe Kolbe, Thomas Hocke und Eberhard Reimann unterwegs zu sein. Das Land und die Menschen haben uns sehr beeindruckt. Korea ist ein schönes Land mit Schneepisten, Stränden und subtropischem Klima. Trotz der Schönheit und der Freundlichkeit der Menschen ist es aber kein klassisches Reiseland der Deutschen. Wir wissen noch zu wenig voneinander, und auch die Trennung des Landes und die damit verbundenen politischen Spannungen sind gewiß nicht förderlich. Das Wissen um die deutsche Kultur und Geschichte ist in Korea weitaus größer als der umgekehrte Fall. Die Größe und Anzahl der germanistischen Fakultäten in Korea hat mich ebenso überrascht wie die große Anzahl an übersetzter deutscher Literatur. Hier besteht ein starkes Ungleichgewicht, und so verstehe ich unsere Edition auch als Angebot, dieses ferne Land mit seiner (noch) fremden Kultur kennen zu lernen.


Günther Butkus, Verleger